Wenn Kinder selbst entscheiden wollen, was sie essen

Das Essverhalten von Kindern ist schon lange ein schwieriges Thema in vielen Familien. Sehr oft möchten Kinder, genau wie die Eltern auch, selbst entscheiden, was und vor allem wie viel sie zu sich nehmen. Dabei können die Probleme verschieden aussehen: Entweder essen manche Kinder nur sehr wenig, andere wiederum viel zu viel und dann häufig Ungesundes.
Forschern zufolge haben viele Faktoren Einfluss auf das Essverhalten der Kinder. Zunächst muss jedoch gesagt werden, dass eine Abweichung von der Norm oder von den elterlichen Gewohnheiten nicht zwangsläufig eine Störung oder Kummer bedeutet.

Kinder Essen

Manche Kinder haben nicht so viel Appetit und nehmen trotzdem genügend Nahrung für eine optimale Entwicklung ein. Hier gilt es als Elternteil, nicht sofort argwöhnisch zu intervenieren, sondern erst einmal zu beobachten, wie sich das Kind verhält. Zeigt es nach einer Weile Aufmerksamkeitsschwächen und eine verminderte physische oder psychische Belastbarkeit können dies Anzeichen dafür sein, dass dem Körper ungenügend Nährstoffe zugeführt werden. Hier sollte dann ein klärendes Familiengespräch oder ein Besuch beim Kinderarzt Abhilfe schaffen.

Andererseits gibt es aber auch Kinder, die mehr essen, als sie sollten. Auch bei ihnen ist von entscheidender Bedeutung, ob sie sich normal entwickeln. Wenn Jungs im Wachstum zum Abendessen drei Teller verdrücken, aber trotzdem kein Übergewicht ansetzen, ist diese verstärkte Nahrungsaufnahme einfach ein Signal ihres Körpers und nicht beunruhigend.
Kommen allerdings besonders Süßigkeiten und Fast Food auf den Teller, werden schnell Fettpölsterchen angesetzt, die mit jedem weiteren Lebensjahr schwieriger loszuwerden sind.
Besonders Kinder, die es gewohnt sind, mit ihren Lieblingslebensmitteln belohnt zu werden, werden schnell zum so genannten „Gelegenheitsesser“ und nehmen sich auch dann den leckeren Schokoriegel, wenn sie eigentlich gar keinen Hunger haben. Langeweile begünstigt dieses Verhalten, also sollten Eltern gegenwirkend ruhig zu einer Aktivität oder einem Spiel motivieren, damit das Kind eine andere Perspektive erhält.
Zur Regulierung des Süßigkeitenkonsums können beispielsweise feste Rationen festgelegt werden, die das Kind die Woche über zur Verfügung hat, oder man bestimmt einfach einen Wochentag zum Chips-, Süßigkeiten- oder Cola-Tag, damit Kinder gleichzeitig lernen, wie hoch der Konsum von ungesunden Portionen sein darf, damit alles noch im gesunden Rahmen bleibt.
Außerdem raten viele Ernährungsexperten dazu, nichts per se zu verbieten, da sich Kinder dann entweder bei Freunden bedienen, oder spätestens als Teenager durch das elterliche Verbot verstärkt zu den verführerischen Dingen greifen.

Mittlerweile ist es viel seltener geworden, dass Familien zu geregelten Zeiten am Esstisch ihre Mahlzeiten gemeinsam einnehmen. Oft wird zwischen Tür und Angel schnell ein Brot geschmiert, sodass die Kinder sich gar nicht richtig mit ihrem Essen auseinandersetzen und sich dafür Zeit nehmen können. Schnell kommt dann der Appetit wieder.
In der Erziehung ist der Grundsat

z, dass Eltern vorbildlich handeln sollen, damit Kinder bestimmte Verhaltensweisen übernehmen, fast immer Gold wert. So auch beim Essverhalten. Lädt sich Papa zum Putensteak eine große Portion Pommes auf den Teller, obwohl er auch Bratkartoffeln wählen könnte, schauen sich Kinder dies sehr schnell ab und handeln ebenfalls ähnlich.
Seit eine vegetarische Ernährung immer populärer wird, steht auch zur Debatte, ob Eltern es den Kindern trotz der eigenen Ansichten erlauben sollten, Fleischprodukte zu sich zu nehmen, damit die Entwicklung nicht durch eine eventuelle Mangelernährung gestört wird. Doch auch hier gilt ganz einfach das Prinzip des elterlichen Vorbilds: Wenn die Eltern sich auch ohne Fleisch abwechslungsreich ernähren und gesund leben, spricht nichts dagegen, das Kind ebenfalls an diese Ernährung zu gewöhnen.

Gesunde Alternativen bieten viele Möglichkeiten, Leibgerichte zu variieren. Für die „picky eaters“, also die sehr wählerischen Esser unter den Kindern, sollte versucht werden, Gesundes schmackhaft zu machen. Ein lecker angemachter Obstsalat oder lustig geschnitztes Gemüse verhelfen vor allem kleinen Gourmets zu einer besseren Ernährung.
Es sollte der Grundsatz gelten, dass nichts aufgegessen, aber wenigstens probiert werden muss. So kann dem Kind schließlich auffallen, dass ihm das Gemüse ja doch ganz gut schmeckt.
Wichtig ist jedoch, dass Eltern niemals die Kinder zum Essen zwingen sollten. Hier kann sich gerade in der Pubertät im schlimmsten Fall eine schwerwiegende Essstörung bilden.

Bild: Michael Muecke

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>