Die Rechte der Kinder

Das Jahr 2014 ist ein besonderes Jahr für die Entwicklung der Kinderrechte, denn sie werden ganze fünfundzwanzig Jahre alt! Am 20. November 1989 verabschiedeten die Vereinten Nationen die Charta, welche ab sofort die wichtigsten Rechte zum Wohle und Schutz aller Kinder dieser Welt ausdrücken sollte und auch in Zukunft stets gültig bleiben soll.

  1. Alle Kinder haben die gleichen Rechte. Kein Kind darf benachteiligt werden.
  2. Kinder haben das Recht gesund zu leben, Geborgenheit zu finden und keine Not zu leiden.
  3. Kinder haben das Recht zu lernen und eine Ausbildung zu machen, die ihren Bedürfnissen und Fähigkeiten entspricht.
  4. Kinder haben das Recht zu spielen, sich zu erholen und künstlerisch tätig zu sein.
  5. Kinder haben das Recht bei allen Fragen, die sie betreffen, mitzubestimmen und zu sagen, was sie denken.
  6. Kinder haben das Recht auf Schutz vor Gewalt, Missbrauch und Ausbeutung.
  7. Kinder haben das Recht sich alle Informationen zu beschaffen, die sie brauchen, und ihre eigene Meinung zu verbreiten.
  8. Kinder haben das Recht, dass ihr Privatleben und ihre Würde geachtet werden.
  9. Kinder haben das Recht im Krieg und auf der Flucht besonders geschützt zu werden.
  10. Behinderte Kinder haben das Recht auf besondere Fürsorge und Förderung, damit sie aktiv am Leben teilnehmen können.

Früher galten Kinder noch als Objekte, die im Besitz ihrer Eltern standen und keinerlei Selbstbestimmungsrecht hatten. Im alten Rom galt sogar der Grundsatz, dass der Vater als Oberhaupt der Familie über Leben und Tod eines jeden Kindes entscheiden konnte, beispielsweise bei einer ungewollten Schwangerschaft.
Lange änderte sich daran nur sehr wenig. Im Mittelalter besaßen die Kinder der gemeinen Bevölkerung ebenfalls nur sehr wenig eigene Rechte und noch seltener durften sie ihre Meinung äußern.
Die erste Form der allgemeinen Menschenrechte, wie wir sie heute kennen, wurde dann mit der französischen Revolution am Ende des 18. Jahrhunderts etabliert. Doch auch in dieser Zeit des Umbruchs gab es in der Menschenrechtserklärung noch keine Hinweise darauf, dass auch Kinder vollwertige Menschen waren und so behandelt werden mussten. Allerdings änderte sich trotzdem bereits einiges für viele Kinder.
1833 war die industrielle Revolution in England auf ihrem Höhepunkt. Dort wurde nun aufgrund der neuen Menschenrechte ein Gesetz verabschiedet, welches zumindest den Kindern unter neun Jahren eine anstrengende Fabrikarbeit untersagte.

Kinder Rechte

Anfang des 20. Jahrhunderts setzte die Schwedin Ellen Key durch, dass ein Komitee zur Durchsetzung von Kinderrechten im Genfer Völkerbund tagen durfte. In die Genfer Erklärung von 1924 wurden somit die ersten, wenn auch wenigen Punkte zur Verbesserung der Situation der Kinder aufgenommen.

Diese hatten jedoch keine rechtlich gültigen Grundlagen und waren eher eine Richtlinie, als eine Vorschrift.  Bis dann die UN die ersten, umfassenden Kinderrechte formulierte und verabschiedete, vergingen nochmals über sechzig Jahre.

Es klingt ganz so, als seien damit alle Probleme gelöst. Das stimmt allerdings nur teilweise. Obwohl ungewöhnlich viele Länder, mit Ausnahme der USA, Somalia und dem Südsudan, die Rechte ratifizierten und somit anwenden müssen, gibt es leider nur sehr wenige juristische Instanzen, die auf die Einhaltung achten.
Es existieren gerade in den Entwicklungsländern weiterhin an vielen Orten Kinderarbeit, Mangel an Schulausbildung, Hungersnöte und Gewalt – auch wenn das alles eigentlich durch die UN verboten wurde.
Deshalb engagieren sich viele Hilfsorganisationen, wie zum Beispiel terre des hommes, Plan oder UNICEF für die Verbesserung der Lebenssituationen der Kinder.
Denn nicht nur in den ärmeren Ländern der Erde muss noch einiges geschehen – auch hier in der EU und speziell in Deutschland leben noch viele Kinder in Gewalt und Angst.
Deutschland hat sich sehr lange in der Diskussion um die Rechte von Kindern rausgehalten. Die verabschiedeten Rechte der Vereinten Nationen wurden 1992 nur unter Vorbehalt ratifiziert und nicht in das Gesetz eingegliedert. Somit war es lange möglich, Flüchtlingskinder bereits mit 16 Jahren wieder ausweisen und somit zurück in Krisengebiete senden zu können, was laut der UN eine besondere Diskriminierung darstellte.

Seit der Jahrtausendwende wurde immer heftiger darüber diskutiert, bis schließlich die Rücknahme des Vorbehaltsvotums entschieden wurde, damit die Kinderrechte auch hierzulande stärker beachtet und endlich durchgesetzt werden konnten.
Von 2005 bis 2010 trat in Deutschland daher ein Aktionsplan in Kraft, der die wichtigsten Themen und Probleme aufnahm und sie zu lösen versuchte. Dieser Plan wurde im Rahmen des zweiten Weltkindergipfels von der Bundesregierung aufgestellt. Zu den Hauptzielen gehörten eine gesicherte Schulbildung, ein Aufwachsen ohne Gewalt, eine aktive Beteiligung an Themen, die Kinder betreffen und eine gesunde Umwelt.
Diese Ziele sollen auch jetzt nach 2010 weiterhin hartnäckig verfolgt und am Ende erreicht werden, damit irgendwann hoffentlich alle Kinder der Erde in Frieden leben können.

Bild: Pawel Loj

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