Zeit für Elterngespräche

Elternsprechtag, Notenbesprechung, Schüler-Eltern-Sprechtag … überall heißen sie anders, die Informationsgespräche für die Eltern über den aktuellen der eigenen Kinder in der Schule. Jetzt, nach den ersten Wochen des neuen Schuljahres, stehen sie wieder an.

ElterngesprächNicht nur die Kinder gehen oftmals mit gemischten Gefühlen in diese Gespräche, auch die Eltern und auch die Lehrer sind häufig im Vorfeld der Gespräche verunsichert. Wie reagiert mein Gegenüber auf mögliche Kritik? Eltern fürchten die Kritik am eigenen Kind, Lehrer fürchten Kritik am eigenen Unterrichtsstil und an der beruflichen Kompetenz. Da scheint Konfliktpotential vorprogrammiert. Wie man sich also auf beiden Seiten auf ein gutes und für die Kinder zielführendes Gespräch vorbereitet, zeigen diese Tipps:

1. Gesprächsziele und Probleme im Voraus reflektieren
Wenn beide Parteien vorbereitet in das Gespräch gehen, bietet das eine viel günstigere Basis für gelungene Kommunikation. Da Lehrergespräche oftmals stark zeitlich eingegrenzt sind, muss im Vorherein geklärt sein, welches Thema den Schwerpunkt des Gesprächs ausmachen soll. Eltern sollten daher auch mit dem Kind besprechen, ob es Klärungsbedarf für akute Probleme gibt, oder ob sie entspannt in ein einfaches Routinegespräch gehen können.

2. Gefühle und eventuelle Wut identifizieren
Wenn schon beim Nachdenken über eine bestimmte Sachlage Frust oder andere negative Emotionen aufkommen, ist es hilfreich, die Gefühlsebene zu verlassen und sachlich aufzuschreiben, worum es geht. Wichtig ist, nicht wütend oder voreingenommen in das Gespräch zu gehen, da auf einer solchen Basis selten eine Problemlösung erreicht werden kann.

3. Nicht gegen, sondern mit dem Gesprächspartner agieren
Hat das Kind Probleme in der Schule, sei es allgemein mit dem Unterrichtsstoff, oder mit anderen Schülern, ist es hilfreich, zusammen mit dem Gesprächspartner eine Allianz zu bilden. Wenn Lehrer und Eltern zusammen an Problemen arbeiten, ist dem Kind mehr geholfen, als wenn sie gegeneinander argumentieren und sich die Schuld an bestimmten Dingen zuschieben.

4. Sachlich, aber freundlich bleiben
Auch Lehrer sind Menschen, die von Zeit zu Zeit Fehler machen. Wenn man als Elternteil im Gespräch signalisiert, dass die persönlichen und beruflichen Kompetenzen der Lehrkraft angezweifelt werden, kann diese sich dadurch verletzt fühlen und keine Möglichkeit mehr zur Kooperation bieten. Auch wenn Konfliktpotenzial besteht und es um das eigene Kind geht, sollten Vorstellungen und Ziele auf eine sachliche und objektive Weise vorgetragen werden.

Abschließend helfen nach dem Gespräch ein gemeinsames Fazit und ein Blick in die Zukunft dabei, das Besprochene noch einmal für alle Parteien klar festzuhalten. So sollten nicht nur aktuelle Leistungen des Kindes Thema sein, sondern auch potenzielle Verbesserungsmöglichkeiten oder ein eventueller Förderbedarf. Falls die Gesprächszeit nicht für alle Themen ausreichend war, können Eltern um einen weiteren Termin außerhalb der von der Schule angesetzten Zeiten bitten. Natürlich kann auch vonseiten der Lehrkraft bei unzulänglicher Klärung empfohlen werden, ein weiteres Gespräch – eventuell im Beisein des betreffenden Schulkindes – anzusetzen.
Allgemein gilt: Wenn Lehrer und Eltern Hand in Hand arbeiten, objektiv ihre Standpunkte klären und konstruktive Vorschläge zum Thema beitragen, steht einer konfliktfreien Problemlösung nichts im Wege.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>